Die Michaeliten

Die Trennlinie zwischen Klerikern und Templern stellt sich bei den Michaeliten eher als Kluft dar: Fast alle Würdenträger des Ordens entstammen dem Klerus, während die Gotteskrieger nur als Unterstützer der Geistlichen fungieren und sich deren Anordnungen in aller Regel ohne Widerrede fügen müssen.
Bereits zu einem frühen Zeitpunkt in seiner Laufbahn muß sich jeder Angehörige des Ordens für eine klare Ausrichtung seines weiteren Lebenswegs entscheiden, an der er für den Rest seines Daseins als Diener des Lenkenden Erzengels festhalten wird. Die klassischen michaelitischen Lebenswege sind die des Gelehrten, des Verwalters, des Predigers und des Politikers. Jeder Versuch, aus dieser gottgegebenen Ordnung auszubrechen, wird mit harten Strafen geahndet und kann in letzter Konsequenz zu einer sogenannten Discretio – einer „schmachvollen Entehrung” – führen. Einem entehrten Kleriker bleibt kaum etwas anderes übrig, als Wanderprediger zu werden und seine in die Kritik geratenen Ansichten fernab der Hochburgen michaelitischer Lehren zu verbreiten.