Die Raphaeliten

Vergleicht man die Glaubensvorstellungen der Raphaeliten mit dem gängigen angelitischen Dogma, besteht einer der wichtigsten Unterschiede darin, wie der Orden der Heiler mit Sünden umgeht. Laut der raphaelitischen Lehre kann man Sünden auf sich nehmen, die ein anderer begangen hat. Um zu verhindern, daß durch diesen Akt der Gnade das eigene Leben eine drastischere Verschlechterung erfährt, muß man diese Sünden schnellstmöglich wieder abtragen und entsprechende Abbitte leisten. Sünden werden durch erlittenes Leid aufgehoben. Auch Verfehlungen, zu denen man sich selbst hinreißen ließ, kann man durch freiwillig auf sich genommenes Leid oder selbstauferlegte Strafen wiedergutmachen. Diese Selbstkasteiungen werden im allgemeinen von keiner höheren Instanz überwacht; der Orden überläßt es den Sündern selbst, darüber zu entscheiden, wie schwer die Strafe für ein bestimmtes Vergehen auszufallen hat.